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Telefonieren während des Heimweges...kein Arbeitsunfall

Im Folgenden möchte ich auf eine Entscheidung des Sozialgerichts Frankfurt a. M. aufmerksam machen ( SG Frankfurt, 18.10.2018 - S 8 U 207/16)

 

Es behandelt folgenden Fall:

 

Eine Dame ist gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Beim überqueren der Bahngleise wird Sie von der Bahn erwischt und verletzt.

Wegeunfälle sind grundsätzlich als Arbeitsunfälle anerkannt.

 

Problem hier:

Die Dame telefonierte während des Überquerens der Gleise...Sie war abgelenkt bzw. nahm gleichzeitig eine andere Tätigkeit vor.

 

Begründung:

 

Ein Arbeitsunfall liegt nicht vor, da die Klägerin eine gemischte Tätigkeit vornahm.

" Gemischte Tätigkeiten setzen (zumindest) zwei gleichzeitig ausgeübte untrennbare Verrichtungen voraus, von denen (wenigstens) eine den Tatbestand einer versicherten Tätigkeit erfüllt (vgl. BSG, Urteil vom 9. November 2010 - B 2 U 14/10 R - juris Rn. 22; BSG, Urteil vom 15. Mai 2012 - B 2 U 8/11 R - juris Rn. 75). Beide gleichzeitig ausgeübten Verrichtungen lassen sich auch nicht in nacheinander liegende Anteile zerlegen (vgl. BSG, Urteil vom 14. November 2013 - B 2 U 27/12 R - juris Rn. 13). Das ist hier der Fall. Die Klägerin hat sich sowohl auf dem Heimweg und damit versichert fortbewegt als auch eigenwirtschaftlich und damit unversichert telefoniert."

 

In diesem Falle ist zu prüfen, auf welcher Tätigkeit dieser Unfall beruht. Das Gericht im konkreten Fall:

"Aufgrund der Aktenlage sowie der durchgeführten Beweisaufnahme ist das Gericht zu der Überzeugung gelangt, dass der Unfall und der Gesundheitsschaden wesentlich auf das Telefonieren zurückzuführen ist."

 

Für Sie wichtig:

Wenn Sie sich auf dem Heimweg befinden, sollten Sie sich dann auch nur hierauf konzentrieren. Jedes Abweichen vom Heimweg bzw. jede Zwischentätigkeit gefährdet die Frage, ob ein "Arbeitsunfall" vorliegt.

 

Dr. Ramazan Efe